Die Bücher von Christa Picard

 

Die Familiengeschichte „Unfreiwillige Wege“ beginnt 1687 mit der Geburt Wolf Drinkhers im Pongau, der zusammen mit seinem Bruder Hans als Bergbauernsohn im Salzburger Land aufwächst und 1731 aufgrund seines evangelischen Glaubens vertrieben wird. Als Teil des 20.000 protestantische Salzburger umfassenden Exulantenzuges machen sie sich auf den Weg nach Ostpreußen, wo sie mit ihren Familien eine neue Heimat finden und fortan Trinker heißen. Vier Generationen leben hier, bis sich die Familie Trinker erneut auf den Weg machen muss; am Ende des Zweiten Weltkrieges werden sie mit einem Großteil der ostpreußischen Bevölkerung vertrieben.

Es wird behauptet, dass ein großer Teil der im Gebirge ansässigen und wohnhaften Untertanen sich gegen den Landesfürsten empört und einen eigenmächtigen Aufstand erregt hätten. Von ›Rebellen‹ seien aufwieglerische Predigten gehalten worden, die Katholischen mit Feuer und Schwert bedroht worden. Daher sieht sich der Erzbischof gezwungen, die Emigration der Evangelischen zu befehlen. Die Unangesessenen, die Tagelöhner, Arbeiter, Dienstboten, Knechte und Mägde, also unser Gesinde, müssen bereits in acht Tagen das Land verlassen, nur mit tragbarem Gepäck. Uns angesessenen, also den besitzenden Bauern, wird eine dreimonatige Frist gewährt, um ihre Höfe zu verkaufen. Dann müssen auch wir das Land verlassen.

Unfreiwillige Wege“ erschien am 1. November 2011 im Schardt Verlag Oldenburg. Das Buch wurde von Edition Falkenberg  April 2020 neu aufgelegt und kann wieder im Handel erstanden werden. (ISBN-13: 9783954942060)

 

 

 

 

 

Anna lebt mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester in Bremen. Die Fünfzehnjährige leidet unter der Trennung der Eltern und den wiederkehrenden seelischen Krisen der Mutter. Sie zieht sich in die eigene Welt ihrer Tagträume zurück, um sich vor ihren Ängsten und der Einsamkeit zu schützen. Dies gelingt ihr so lange, bis sie sich das erste Mal verliebt und Albträume sie zu quälen beginnen. Schließlich findet sie Hilfe bei der Kinder- und Jugendlichentherapeutin Erika Grünheit. Zunächst skeptisch und verschlossen, fängt Anna an, sich im Laufe der Therapiestunden zu öffnen. Mithilfe ihrer Nachtträume, angeleiteter Tagträume und eigener Nachforschungen findet sie so den Schlüssel zu Geheimnissen in ihrer Familiengeschichte. Die Erkenntnis, dass viele Ereignisse aus der Vergangenheit ihr Leben noch immer beeinflussen, hilft Anna, sich den Konflikten in der Familie zu stellen.

In ihren Träumen machte sie sich schon lange auf den Weg, so lange, wie sie denken konnte, wollte immer schon weg sein. Weg aus der Familie, von der Schule, selbst von der Freundin, weg aus dem Land, von allem Vertrauten.
Später fragte sie sich, wann das alles begann. Wahrscheinlich schon in der Zeit, bevor ihre Eltern sich trennten. Wenn sie sich stritten, klinkte sie sich aus, meistens träumte sie von schönen Zeiten mit allen in den Ferien am Strand, als alles noch in Ordnung schien. Als ihr Vater die Familie verlassen hatte, ging sie auch, wenigstens in ihrer Fantasie. Erst einmal als blinder Passagier nach Amerika. Dort lebte sie in einem Indianerclan und wurde eine von ihnen. Später, da war sie etwa vierzehn, fünfzehn Jahre alt, schuf sie ihr eigenes Land und richtete sich dort ein.
In einer Welt in weiter Ferne, mindestens einen Ozean entfernt, lag ihre eigentliche Heimat. Grüne Hügelund hohe, schneebedeckte Berge, klare Seen, ein weiter Himmel darüber, unendliche grüne Wiesen. Ein kleines Holzhaus, mal mit Gras gedeckt, mal mit Schilf.
Anna lebte nicht allein in ihren Träumen. Ein Pferd war bei ihr, war immer da, ein Pinto mit vielen bunten Flecken. Ein lebendiges und kluges Pferd mit einem wachen und warmen Blick. Sie nannte es Sturmwind. Viele Namen hatte sie ausprobiert und war bei diesem geblieben, auch wenn er nicht neu war. Er passte einfach zu ihm, denn wenn sie auf ihm ritt, flogen sie beide dahin wie in einem Wirbelsturm.

Annas Weg“ erschien am 15. März 2013 im Schardt Verlag in Oldenburg und ist vergriffen.

 

 

Im Jahr 1797 begründet der junge Friedrich Engelken mit seiner Frau die Hofstelle Nr. 15 in der Moorkolonie Otterstein. Fast 200 Jahre bleibt der Hof in Familienbesitz. Sechs Generationen von Engelkens kämpfen zwischen Torfstich und Kanalausbau, Bremenfahrt und Einberufung, Geburt und Tod um eine karge Existenz.

1989 zog unsere Familie auf den Ottersteiner Moorhof – elf Jahre nach dem Fortzug der letzten Engelkens. Inspiriert von einer Mappe mit alten Dokumenten begab ich mich auf Spurensuche und erzählte die Geschichte des Hofes und seiner Bewohner sowie der Lebenswelt der Moorkolonisten im Wandel der Zeit.

Pastor Johann Hinrich Satorius hatte Friedrich zur Seite genommen und leise gesagt: „Friedrich Engelken, ich weiß doch, das du nach einer Stelle suchst.“ Friedrich nickte. „Letzte Woche hörte ich, dass in Otterstein eine Stelle frei wird. Der Siedler, Harm Schnaars aus der Geest, ist krank geworden, hat es nicht mal geschafft, seine Kate fertig zu bauen. Hatte wohl die Lungenkrankheit. Jetzt ist er gestorben. Der Amtmann hat es mir erzählt und gefragt, ob ich jemanden Zuverlässigen wüsste, der seinen Platz übernehmen würde. Wäre das was für dich?“ Wieder nickte Friedrich. Seine Augen leuchteten. „Jo, dor söök ik na. Man veelen Dank, dat Se mi Bescheed geven hebbt.“ Und nach einer kurzen Pause: „Wat mutt ik denn woll jetzt doon?“ „Guck dir das Land erst mal an. Otterstein 15, soviel ich weiß zweiundfünfzig Morgen. Wenn du es haben willst, gehst du zum Amtmann Fischer nach Ottersberg.

„Die Engelkens“ erschien am 1. September 2014 im Verlag Atelier im Bauernhaus und ist im Buchhandel erhältlich (ISBN-Nr. 978-3881329859)

 

 

 

 

Als der Moorexpress seine letzte Saisonfahrt vom Weihnachtsmarkt in Stade nach Osterholz-Scharmbeck beendet hat, entdecken die Eisenbahner in ihrem Zug einen Toten.

Die Mordkommission steht vor einem Rätsel: Bei dem Opfer, einem älteren, gut gekleideten Herrn, finden sie keine Hinweise auf seine Identität. Niemand hat etwas von dem Mord mitbekommen. Die Ermittler machen sich auf die Suche nach den Mitreisenden. Einer von ihnen muss der Mörder sein.

Ein kniffliger Fall für Kommissar Peter Köster, Gisela Schmidt, Leiterin der Verdener Mordkommission, und ihr Team. Und dann ist da noch dieses Tagebuch einer jungen Frau aus dem Jahr 1943. Die Spuren führen ins Teufelsmoor …

Gerade hatte Jan den Zug auf ein Nebengleis gefahren. Still war es im Moorexpress und auf dem kleinen Bahnhof der niedersächsischen Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck. Dabei war der hintere Waggon bis vor wenigen Minuten noch mit Ausflüglern besetzt gewesen. Zuletzt hatte eine Gruppe von Frauen mit roten Mützen angeheitert den Zug verlassen. Während ein junger Vater seinen übermüdeten kleinen Jungen auf dem Arm getragen hatte, schob seine Frau den Kinderwagen. Ein junges Paar war eng umschlungen Richtung Treppe verschwunden.
Durch die geöffnete Tür blies den Eisenbahnern der kalte Wind ins Gesicht, es nieselte. Es würde wieder keine weiße Weihnacht geben. Kurz dachte Zugführer Behrens an das Schlittenfahren mit den Enkelkindern im vergangenen Januar auf dem Weyerberg in Worpswede. Er hatte sich mit ihnen gefreut, sich noch einmal ganz jung gefühlt, als sie gemeinsam mit ihm den kleinen Hügel heruntersausten. Am nächsten Tag wollten sie noch einmal hinfahren, doch da war schon alles wieder weggetaut.
Ein schriller Schrei riss den Zugführer aus seinen Gedanken. „Oh nein!“
Es war Meyers Stimme. Was war passiert? Erschrocken erhob sich Behrens und lief durch den Waggons. Dieser stand im Gang direkt hinter dem Toilettenabteil und starrte entsetzt auf etwas, was sich dahinter befand. Jetzt sah Behrens es auch: Auf dem Sitz saß ein Mann, den Oberkörper auf die Seite gekippt, die Füße aber noch auf dem Boden stehend. Jan schien es, als schliefe er.

„Mord im Moorexpress“ erschien am 1. September 2017 im Verlag Edition Falkenberg und ist im Buchhandel erhältlich (ISBN Nr. 978-3954941391)

 

 

Der neue Fall von Kommissar Köster und seinen Kollegen: Der Kommissar ist frisch aus dem Urlaub zurück, als Sonja Brünjes ihre Mutter vermisst meldet. Aber ist sie wirklich vermisst oder mit der neuen Liebe durchgebrannt? Als sie nach einer Woche nicht wieder zur der Arbeit erscheint, fangen die Osterholzer Kommissare mit ihren Ermittlungen an. Die Vermutung liegt nahe: Sonja ist nicht freiwillig untergetaucht.

Die Spuren führen ins Teufelsmoor, wo die Polizei in den Resten einer frisch abgebrannten Moorkate einen Schuh und eine Haarbürste der Vermissten findet. Doch welche Rolle spielen die Russen-Mafia, ein verschollenes, wertvolles Gemälde aus der NS-Beutekunst und die Bremer Spedition Spreewald und Schraube?

Ein weiterer kniffliger Fall für Kommissar Peter Köster, Gisela Schmidt, Leiterin der Verdener Mordkommission, und ihr Team.

Ein Albtraum weckte sie. Erschrocken fuhr sie hoch. Sie fühlte sich benommen. Völlig verwirrt versuchte sie zu begreifen, wo sie sich befand. Sie lag in einem Doppelbett, das sie aber nicht kannte. Den Raum kannte sie nicht. Der Platz neben ihr war leer, aber das Kopfkissen und die Decke waren zerwühlt. Er musste neben ihr geschlafen haben. Wo war sie nur und wie war sie hier hergekommen? Und wo war er? Vorsichtig schob sie ihre Beine zum Rand des Bettes und stand auf. Mit nackten Füßen lief zur Zimmertür und öffnete sie. Der Flur lag im dämmerigen Licht. Sie sah einen Lichtschalter, schaltete ihn an und ging zur gegenüberliegenden Tür. Dahinter befand sich ein kleines Bad. Als erstes ging sie auf die Toilette , danach wusch sie sich am Waschbecken die Hände. Das kalte Wasser erfrischte ihr Gesicht und sie trank einen Schluck.
Es war schrecklich, sie konnte sich einfach nicht erinnern, wie sie an diesen Ort gekommen war. Und dann dieses dumpfe Gefühl im Kopf. Alles war ihr fremd. Sie verließ das Bad und stieg die steile Treppe hinunter. Unten entdeckte sie ein Wohnraum mit einem durchgesessen Sofa, alles wirkte alt und verstaubt. Im nächsten Zimmer war eine Essraum mit einer kleinen Küchenzeile. Sie lief über den knarrenden Fußboden zur Haustür und versuchte sie zu öffnen. Sie war verschlossen. Jetzt begriff sie, dass sie hier völlig allein war und jemand sie an diesem fremden Ort eingeschlossen hatte.

„Verschollen im Teufelsmoor“ erschien am 12. November 2018 im Verlag Edition Falkenberg und ist im Buchhandel erhältlich. (ISBN Nr. 978-354941766)

 

 

Ein Steuerberaterpaar zieht mir seinen Kindern auf einen alten Bauernhof. Aus der alten Fachwerkscheune soll noch ihr neues Büro entstehen. Beim Aushub des Bodens wird tief in der Erde eine Moorleiche entdeckt. Wer ist der gut aussehende, bärtige Mann mit den roten Haaren und wer ermordete und vergrub ihn vor mehr als zehn Jahren im Teufelsmoor?

Kommissar Peter Köster hat gerade den Blues wiederentdeckt, als er zusammen mit Gisela Schmidt und der Osterholzer und Verdener Mordkommission mit den Ermittlungen beginnt. Diese führen weit zurück in die Lebensgeschichte der Vorbesitzer des Hofs und hinaus auf die Weltmeere. Welche Rolle spielte der Seemann Hans, in den die Bauersfrau anscheinend verliebt war, und was passierte wirklich auf dem Kreuzfahrtschiff der Carmen-Cruises im Mittelmeer?

Der Blues in seinen verschiedenen Schattierungen begleitet die Aufklärung dieses schwierigen Falls. Nach dem Mord im Moorexpress und Verschollen im Teufelsmoor ist dies der dritte Band aus der Reihe der Moorkrimis.

Jens nahm seine riesigen Arbeitshandschuhe vom Beifahrersitz, zog sie über und verschwand in der baufälligen Fachwerkscheune auf der anderen Seite des Hofs. Wenig später setzte der höllische Lärm des Presslufthammers ein, mit dem Jens den Boden aufstemmte.
Petra lief schnell zurück ins Haus, warf ihren Geldbeutel in den Einkaufskorb und griff nach ihrem Schlüsselbund. Im Auto drehte sie die Musik laut und fuhr die Einfahrt hinauf zur Straße.
Als sie nach knapp zwei Stunden nachhause zurückkehrte, stellte sie fest, dass der Lärm verstummt war. Sie sah, wie Jens die mit den Betonresten gefüllte Schubkarre aus dem Schuppen fuhr und in den daneben stehenden Container kippte.
»Fertig«, sagte er zufrieden. »Jetzt fange ich mal mit den Löchern an. Du weißt, da muss ich durch den Sand und die Moorerde bis zum Ortstein runtergehen.«
In der Küche goss sich Petra ein Glas Wasser ein und schaute auf die Uhr. Für einen Moment konnte sie noch in den Weser-Kurier schauen. Doch dann warteten die Hausarbeit und die Ablage der Rechnungen auf sie. Als sie die einzelnen Zeitungsseiten glattgestrichen und ordentlich zusammengelegt hatte, hörte sie Schritte auf der Diele. Wenig später stand Jens in der Tür.
»Petra, komm mal.« Seine Stimme klang gepresst. Sie schaute ihn erstaunt an. Er sah ungewöhnlich blass aus.
»Ist was?«, fragte sie überrascht. »Sieh selbst.« Er war kein Freund vieler Worte, das wusste sie. Aber so einsilbig hatte sie ihn selten erlebt. Petra folgte ihm, schlüpfte am Hauseingang in ihre Holzschuhe und schloss die Tür hinter sich. Der Wind hatte aufgefrischt und ließ sie frösteln. Es wäre besser gewesen, eine Jacke anzuziehen. Sie konnte Jens kaum folgen, so schnell war er in der Scheune verschwunden. Sie sah, dass er im hinteren Bereich des Raums zwei Löcher gegraben hatte. Jens winkte sie zu sich und deutete auf den Boden: »Da!«
Petra beugte sich hinunter. Tief unten ragte etwas aus der schwarzen Erde. Eine dunkle Hand!
Erschrocken sah sie Jens an. »Oh Gott!«, rief sie.
»Ja«, sagte er mit tonloser Stimme. »Ich glaube, da ist jemand verbuddelt worden.«

„Moorblues“ erschien am 11. November 2019 im Verlag Edition Falkenberg und ist im Buchhandel erhältlich (ISBN Nr. 978-3-95494-199-5)

 

 

 

Kurz nachdem Kommissarin Gisela Schmidt die Leitung der Mordkommission in Stade übernommen hat, wird in einer Apfelplantage in Jork eine tote Frau entdeckt. Wer ist die schöne junge Frau und wer hat sie dort auf­gebahrt? Die Aufklärung des Falls stellt Gisela Schmidt vor besondere Herausforderungen. Zumal sie unter skeptischer Beobachtung von Kommissar Gerd Matthes steht, der sich selbst Hoffnung auf den Chefposten gemacht hatte.
Als die Identität der Toten feststeht, stellen sich neue Fragen: War einer ihrer Verehrer eifersüchtig und brachte sie um? Oder gibt es eine Verbindung zu den Protesten gegen die Elbvertiefung und dem weiteren Ausbau der A 26?
Die bekannte Kommissarin aus der Reihe der Teufelsmoorkrimis (Mord im Moorexpress, Moorblues und Verschollen im Teufelsmoor) ermittelt nun mit einem neuen Team im Alten Land.
Der Fall führt an viele Orte im Alten Land und entlang der Unterelbe, aber auch ins Teufelsmoor im Landkreis Osterholz bis nach Worpswede. Außerdem enthält der Krimi viel Wissenswertes über die Geschichte und Kultur des Alten Landes.

„Die Tote im Apfelgarten“ erschien am 20. April 2021 im Verlag Edition Falkenberg und ist im Buchhandel erhältlich (ISBN Nr. 978-3954942435)