Winfried Picard

 

Mein Ursprung liegt in Hessen. Geboren 1948 wuchs ich in der Nähe von Offenbach auf.
Nach dem Abitur studierte ich Psychologie an der Universität in Mainz und München. Der Wunsch zu promovieren beförderte mich für drei Jahre zum wissenschaftlichen Assistenten. Danach ging ich in die therapeutische Praxis. Seit 1978 arbeitete ich als angestellter Psychologe.
Meine Lebensgefährtin Christa lernte ich am Ende des Studiums kennen. Wir schwärmten von einem gesünderen Leben und zogen aufs Land, als Christa mit unserm ersten Sohn schwanger war.
1980 kam Björn zur Welt und schon eineinhalb Jahre später hielten wir das nächste Kind in den Armen: Marieke. Das Angebot einer Anstellung in einer Klinik ließ uns aus den Nähe Münchens in den Taunus umziehen. Dort kam 1986 unser zweiter Sohn, Arne, zur Welt.
Anfang 1987 warf mich eine bedrohliche Krebserkrankung aus allem, was mein Leben bislang ausmachte. Nun galt es standzuhalten. Nur langsam ging es nach den medizinischen Maßnahmen wieder aufwärts. Auf meinen Wunsch hin entschlossen wir uns, nochmals neu anzufangen. 1989 zogen wir auf einen Bauernhof in der Nähe von Bremen, wo Christa herstammte und ihre Mutter lebte. Das Leben veränderte sich sehr: Pferde, Schafe, Hühner und Katzen ließen es sich bei uns gut gehen. Ein Gemüseacker versorgte uns mit dem Großteil unserer Lebensmittel. Der Wald ringsum schenkte uns genügend Holz für die Öfen. Es war ein aktives, erfolgreiches und kraftvolles Leben. Noch im gleichen Jahr begannen Christa und ich, eine psychotherapeutische Praxis aufzubauen. Sie wurde von der Umgebung gerne angenommen.
So lebten wir, bis unsere Kinder flügge wurden und sich an entfernten Orten niederließen. Marieke war inzwischen Mutter von zwei Kindern geworden und früher oder später würden Björn und Arne auch eine Familie gründen. Sie besuchten uns zwar, aber wir mussten uns besinnen, wie und wo wir im Alter leben konnten.
Es brauchte seine Zeit, bis ich (nicht gerne) einwilligte, den Hof aufzugeben. Glücklicherweise entschieden sich Björn und seine Frau Lisa, den Hof zu übernehmen, bevor er verkauft wurde. Etwas besseres konnten sie für ihre drei Söhne auch nicht tun. Die können sich dort nun nach Herzenslust austoben. Im Herbst 2019 zogen Christa und ich in ein deutlich kleineres Haus in Worpswede. Ich hoffe, weiterhin Kartoffeln und Gemüse anzubauen und uns soweit wie möglich damit zu versorgen. Inzwischen waren mir zwei Bienenvölker geschenkt worden, eine neue, nicht so einfache Herausforderung. Die therapeutische Praxis haben wir aufgegeben. Es wird trotzdem weiter gehen, zumal ich seit einigen Jahren versuche, meinen Geist mit schriftstellerischer Arbeit rege zu halten. Nun sind wir Großeltern von fünf Enkeln, ein sechstes wird erwartet.

Zu meinem schrifstellerischen Werdegang

Außer einer Dissertation verfasste ich mehrere fachliche Beiträge, teils als Artikel, teils als Buch, die im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit veröffentlicht wurden.
Seit einigen Jahren hatte sich mein Interesse auf das Erzählen verlagert. Schon beim Abfassen der fachlichen Arbeiten hatte ich gemerkt, dass das Erzählen ungeahnte Freiheiten bot
Ich konnte Wirklichkeiten entstehen lassen und Inspirationen nachgehen. In dem Roman “Reisingers Träume“ widmete ich mich Erfahrungen in meinem Beruf als Psychotherapeut. Ich konnte dem Einfluss von Träumen nachgehen, wie sie das Leben zu prägen vermögen und wertvolles Wissen mitteilen. Das Buch war für den Normalgeschmack zu dick und inhaltsreich geworden. Die Nachfrage blieb überschaubar.
Anders verhielt es sich mit dem Buch „Ein gutes Leben im Moor“. Es fand in der Leserschaft wohl deshalb Gefallen, weil darin unterhaltsam und doch authentisch das Leben meiner Familie auf dem Bauernhof seit unserem Einzug 1989 geschildert wurde. Ich hatte es für unsere, inzwischen längst erwachsenen Kinder verfasst, aber auch mit dem Hintergedanken, es könnte das Interesse anderer Menschen wecken für ein Leben abseits des Mainstreams mit Lust auf Selbstversorgung vom eigenen Acker.
Da ich im darauf folgenden Winter wieder Zeit zum Schreiben hatte, folgte prompt ein weiteres Buch über mein Leben auf dem Bauernhof und so nahe an der Natur, wie ich es mir nur wünschen kann. Ich schrieb über Hühner, Rosen, Katzen, Zwiebeln, Petersilie, Christrosen, über den Wind, die Fruchtbarkeit der Erde, über meine Vorbilder und darüber, was sich in unserem Geist und unserem Herzen bewegen muss, damit wir die Erde, die Natur und ihre Mütterlichkeit erkennen können. Entsprechend erhielt das Buch den Titel „Die Liebe der Erde.“
Im letzten Jahr (2018) kam mir beim Pflücken der Blaubeeren in unserem Garten eine seltsame Idee: Was würde es bedeuten, wenn jede Beere ein Individuum für sich wäre und eine unter ihnen wäre Trägerin von wertvollem Wissen und ich hätte sie nicht beachtet. Ich stellte mir vor, ich stünde am Anfang einer neuen Lebensphase und würde Hilfe und Weisheit aus einer solchen ungeahnten Quelle bekommen. So begann es in mir zu arbeiten und eine erzählenswerte Geschichte entstand. Sie handelt von einem jungen Mann, der in die Orientierungslosigkeit nach dem Abitur geraten ist. Seine Freundin scheint auch nicht zu halten, was er sich von ihr versprochen hat. Zudem nagt er noch an den Folgen eines schlimmen menschlichen Verlusts. Sein Bruder war durch einen Unfall ums Leben gekommen. Und nun gerät er wie zufällig in die Arme einer Blaubeeren-Plantage. Und nicht nur das. Dort trifft er auf ein weibliches Wesen von besonderer Güte. Aber so einfach geht das nicht. Es wird kompliziert. Mehr verrate ich hier nicht. Das Buch hat den Titel „Blaubeerensommer“ und ist beim Verlag in Bearbeitung. Es soll in Kürze erscheinen.

Und wieder sitze ich an einem Buch, das geschrieben sein will. Es soll von der Rettung eines kleinen Mädchens aus bedrohlicher Lage handeln.

Wer mehr über diese Bücher wissen will, klicke „Winfrieds Bücher“ an.